Nachdem der Name von Steward Copland auf der arte Website gleich doppelt falsch geschrieben war, hatte ich das von dort übernommen. Sorry for that. Stewart Copeland also ist ein interessanter Typ: Vater Jazzmusiker und CIA Mitarbeiter, Mutter Archäologin, aufgewachsen in Kairo und Beirut. Früher Trommler bei The Police, jetzt hauptsächlich Komponist für Filmmusik, er hat unter anderem Musik komponiert für: Rumble Fish, Wall Street, Talk Radio und 9 1/2 Wochen. Schöne Mischung.
Das “Durch die Nacht mit…” war eines der besseren. Manche Folgen sind schnarchig und lahm. Wenn die beiden Prominenten nicht unterhaltsam sind, kommt die doch recht nüchterne und konservative Machart unangenehmm hoch. Diesmal aber war es grossartig, was vor allem an Stewart Copeland lag. Wunderbar britischer Humor, immer noch mal einen draufsetzen. Die für “Durch die Nacht mit…” obligatorische Stretchlimo wurde mit einem Fahrradhalter über dem Kofferraum versehen, da beide eine kurze Fahrradtour unternahmen. und dann Daniel Hope, der die Geschichte erzählt, wie Nigel Kennedy eine fünf Millionen Dollar Geige nach ihm warf. Hier einige Textauszüge:
Es gibt einen alten Witz über Schlagzeuger. Wer hängt gerne mit Musikern ab? Antwort: Schlagzeuger. Und so fühle ich mich auch: wie ein Musiker, der einen “richtigen” Musiker trifft. Meistens gilt das, was ich tue, nicht wirklich als Musik. Deshalb hänge ich gerne mit “richtigen” Musikern rum. Vielleicht überträgt sich ihre Magie auf mich.
(in bezug auf Akkorde:) wie ist es, wenn man nur drei Farben kennt? Sehr bunt, eigentlich. Einfach und leicht, um durchs Leben zu gehen.
Meine Frau ist Bassistin. Hm – das klingt wie ein toller Buchtitel!
Das ist eins meiner Lieblingsinstrumente: eine brasilianische Bratpfanne. Sie geriet irgendwie zwischen meine Sachen, bis ich sie in der Spülmaschine wiederfand.
Alle Rockmusiker hassen Jazzmusiker, dabei wären sie gerne selber einer.
Warum sind die Menschen darauf programmiert, so stark auf unsere Musik zu reagieren? Ich habe da meine Theorien. Es erfüllt verschiedene Funktionen. In erster Linie Fortpflanzung, wie bei unseren Cousinen, den Affen und Schimpansen. Sie zeigen Stärke und sexuelle Tauglichkeit, indem sie auf Dingen herumtrommeln und sich aufplustern und Lärm machen. Und (grinst) – damit verdiene ich meinen Lebensunterhalt. Mit Stöcken trommeln. Rockmusik löst bei jungen Leuten eine Art Paarungstanz aus. Du spielst Musik und plötzlich fangen gut erzogene Menschen an, ihre Geschlechtsteile aneinander zu reiben, simulieren sexuelle Aktivität, in aller Öffentlichkeit, vollständig bekleidet vor ihren Müttern. Deshalb glaube ich, dass Musik einprogrammiert ist. Musik verändert gesellschaftliche Regeln der Körpersprache.